| DIZ-Schriften
Band 10 |
Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager | ![]() |
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Andreas Lembeck unter Mitarbeit von Klaus Wessels
Befreit, aber nicht in Freiheit Displaced Persons im Emsland 1945-1950 |
Zum Zeitpunkt der Befreiung im Mai 1945 lebten in Deutschland mehr als
7 Millionen Menschen, die als Zwangsarbeiter, Zwangsarbeiterinnen oder
Kriegsgefangene in das Deutsche Reich verschleppt worden waren. Die Alliierten
bezeichneten Menschen, die "sich aus Kriegsfolgegründen außerhalb
ihres Staates befinden; die zwar zurückkehren oder eine neue Heimat
finden wollen, dieses aber ohne Hilfestellung nicht können", als "Displaced
Persons" (DPs).
Im Emsland befanden sich einige Monate nach Kriegsende etwa 40.000
DPs, die Mehrzahl untergebracht in den ehemaligen Straf- und Kriegsgefangenenlagern
und in beschlagnahmten Wohnhäusern (wie z.B. in Haren).
27% der im damaligen Kreis Aschendorf-Hümmling wohnenden Menschen
waren Ausländer; in den Kreisen Meppen bzw. Lingen betrug ihr Anteil
23 bzw. 11%. Viele von ihnen konnten nicht heimkehren und lebten weiterhin
jahrelang im Lager, bevor sie zumeist in-Übersee eine neue Heimat
fanden. So wurde das DP-Lager Lingen erst 1957 aufgelöst. Noch heute
lebt eine geringe Anzahl von DPs als sogenannte "heimatlose Ausländer"
in Deutschland.
Andreas Lembeck und Klaus Wessels haben unveröffentlichte Dokumente
aus deutschen und britischen Archiven, dem Archiv der Vereinten Nationen
in New York sowie die vollständig erhalten gebliebene Personenkartei
des DP-Lagers Lingen ausgewertet. Ergänzt durch Fotos aus öffentlichen
und privaten Sammlungen entstand ein bislang nicht gekanntes Bild des Lebens
von Displaced Persons im Emsland.
224 S., Abb. und Dokumente, Edition Temmen, Bremen 1997, EURO 10,00
ISBN 3-86108-321-3