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Der Hauptmann von
Muffrika
Ein Film von Paul Meyer und Rudolf Kersting
Im April 1945 zog der 19jährige Gefreite Willi Herold in das Emslandlager
Aschendorfermoor ein, in das kurz vor Kriegsende mehr als 3.000 Häftlinge
der nördlichen Emslandlager zusammengepfercht worden waren. Versprengt
von seiner Einheit, hatte er eine Uniform gefunden und gab sich nun als
Hauptmann aus. Innerhalb einer Woche wurden auf seinen Befehl hin und unter
seiner Mitwirkung wahrscheinlich über 150 Häftlinge dieses Lagers
ermordet.
Nach intensiven Archivrecherchen, vielen Zeitzeugenbefragungen und
sich über mehrere Jahre hinziehenden Dreharbeiten fanden im Frühjahr
1996 die Uraufführungen des Dokumentarfilms "Der Hauptmann von Muffrika"
statt. War die 70minütige, konsequent in schwarz-weiß gehaltene
Produktion von Paul Meyer und Rudolf Kersting am 19. April zunächst
in einem kleinen Programmkino in Hamburg-Altona gezeigt worden, hatten
die Autoren für die Erstpräsentation in Niedersachsen den großen
Saal des Kinocenters in Papenburg zur Verfügung gestellt bekommen.
Kurzfristig ins normale Programm aufgenommen, sahen ihn dann innerhalb
von zwei Wochen 1500 Menschen. Weitere Vorführungen des Films gab
es überdies im Rahmen des Filmfestes Emden, des Internationalen Dokumentarfilmfestivals
in München, des 3. Internationalen Filmfestes in Oldenburg sowie der
Duisburger Filmwoche.
Im August 1996 wurde der Film von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden
mit dem höchsten Prädikat ausgezeichnet und als "besonders wertvoll"
eingestuft.
VHS-Video (s/w), 70 Minuten, 14,90 Euro
DVD (s/w), 70 Minuten + Extras, Bildformat 4:3, Ton: Stereo, Kapiteleinteilung, Infolinks, 14,90 Euro
Video und DVD können beim DIZ Emslandlager bestellt werden.
Die Stadt Haren an der Ems hat eine besondere Geschichte: Im Mai 1945
mußte auf Anordnung der britischen Militärbehörden die
deutsche Bevölkerung die Stadt räumen. In die Häuser zogen
über 5.000 Polen ein, ehemalige Kriegsgefangene der Emslandlager,
Soldaten der Teile des Emslandes befreienden 1. Polnischen Panzerdivion
und Zwangsarbeiter/innen aus dem nordwestdeutschen Raum. Für drei
Jahre war die Stadt eine polnische Enklave und erhielt den Namen MACZKÓW.
Im Februar 1995 besuchten fünf ehemalige Maczkówianer aus
Warschau, Amsterdam, Wien und Garmisch-Partenkirchen auf Einladung des
DIZ die Stadt, in der sie nach dem Krieg ihr Abitur gemacht oder geheiratet
hatten.
Der Film begleitet die Gäste bei der Begegnung mit ihrer Vergangenheit
und mit Harener Bürgerinnen und Bürgern, denen die "Polenzeit"
oft noch in schlechter Erinnerung ist.
VHS-Video (Farbe), 30 Min. (nicht mehr lieferbar, keine Neuauflage vorgesehen)
Diesen 1993 erstellten Videofilm gibt das DIZ jetzt in einer 2. Auflage
und zu einem reduzierten Preis heraus. Volker Schröder befragte sechs
ehemalige Häftlinge der Emslandlager nach ihren Erinnerungen an Verfolgung
und Inhaftierung in den Moorlagern: Ernst Pudlich und Heinz Junge waren
in der Anfangsphase der NS-Herrschaft als Kommunisten für einige Monate
in den Konzentrationslagern Esterwegen und Börgermoor inhaftiert.
Willi Rattai erlebte das KZ Esterwegen bis zu dessen Verlegung nach Sachsenhausen
im Sommer 1936. Hermann Bogdal kam, ebenfalls aus politischen Gründen
verfolgt, von Februar 1937 bis Januar 1940 in das Strafgefangenenlager
Aschendorfermoor. Ferdynand Zietek (Bydgosczc) wurde als Fähnrich
1940/41 im Kriegsgefangenenlager Oberlangen inhaftiert, Luc De Geyter aus
Belgien gehörte zu den über 2000 sogenannten "Nacht und Nebel"-Gefangenen,
die aufgrund ihrer Widerstandstätigkeit im besetzten Ausland 1943/44
im Lager Esterwegen einsaßen.
Schröder befragt in dem Film auch Emsländer nach ihren Erinnerungen
an die Moorlager bzw. nach ihrem Wissen über deren Geschichte.
VHS-Video (Farbe), 90 Minuten (nicht mehr lieferbar)