Lager XIV (Bathorn)

Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager

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Das Lager XIV Bathorn wurde 1938 als eines von acht neuen Emslandlagern mit Platz für 1000 Strafgefangene errichtet, aber nur für kurze Zeit mit Strafgefangenen belegt.

Dem Beschluss zum Neubau von Lagern im mittleren und südlichen Emsland vorausgegangen war der Abzug des Reichsarbeitsdienstes (RAD) aus diesen Gebieten. In Zusammenhang mit der Vorgabe einer beschleunigten Kultivierung der emsländischen Moorgebiete sollten in diesen Lagern 9000 zusätzliche Strafgefangene zur Zwangsarbeit herangezogen werden, nachdem im nördlichen Emsland bereits seit 1933 zunächst KZ-Häftlinge und ab 1934 Strafgefangene diese Arbeit zu leisten hatten.

Im September 1939 wurde das Lager als eines von neun Emslandlagern vom Oberkommando der Wehrmacht  (OKW) übernommen und als Kriegsgefangenen-Mannschaftsstammlager C VI Bathorn mit den Zweiglagern Dalum, Groß Hesepe, Alexisdorf und Wietmarschen eingerichtet. Die regionalen Behörden erhofften sich von der Zusage des OKW, bis Anfang Oktober 1939 16.000 bis 17.000 Kriegsgefangene in den neun emsländischen Kriegsgefangenenlagern unterzubringen, einen Ausgleich für den Ausfall von Arbeitskräften nach dem Abzug des Reichsarbeitsdienstes 1938. Tatsächlich wurden jedoch 1939/40 zunächst nur Durchgangsgefangene in die Lager eingeliefert, zuerst im Jahr 1939 ca. 5.000 polnische Kriegsgefangene. Am 4. Dezember 1939 waren im gesamten Stalag VI C nur noch 571 Polen registriert. Sie wurden für den Wegebau und für Kuhlarbeiten in der Grafschaft Bentheim eingesetzt, aber auch bei Landwirten für die Feldarbeit.

Ab Mai 1940 wurden für nur wenige Wochen holländische und anschließend französische Kriegsgefangene, darunter Kolonialtruppenangehörige, in das Lager Bathorn eingewiesen. Viele von ihnen arbeiteten in der privaten Landwirtschaft und wurden, wie überhaupt die westalliierten Kriegsgefangenen, auf ihren Arbeitsstellen und im Lager anständig behandelt. Zahlreiche von den Franzosen im Lager Bathorn gestaltete Theater- und Musikaufführungen geben darüber Aufschluss.

Erst für den 10.9.1940 liegen weitere Zahlenangaben über die Belegung der Kriegsgefangenenlager vor. Hiernach war das Stalag VI C Bathorn mit seinen vier Zweiglagern mit 16.552 Insassen belegt, darunter 13.060 französische, 343 englische (am 25.10.1940 nur noch 2), 943 belgische und 2.206 polnische Kriegsgefangene. Am 1. Mai 1941 wurden auch erstmalig 593 jugoslawische, am 1. Juni 1.450 serbische Kriegsgefangene und am 1. August 5.984 sowjetische Kriegsgefangene im Stalag VI C registriert. Die Höchstbelegung der fünf Lager lag am 1. September 1941 bei 27.313 Kriegsgefangenen, darunter 11.441 Franzosen und 13.973 Sowjets. Gebaut worden war diese fünf Lager für 5.500 Gefangene.

Genaue Belegungszahlen für die einzelnen Lager dieses Stalag und damit auch für das Lager Bathorn selbst liegen allerdings nicht vor. Nur am 10.8.1941 wird für das „Russenlager“ Bathorn eine Zahl von 4.016 sowjetischen Lagerinsassen angegeben.

Im Gegensatz zu der vernünftigen Behandlung der westalliierten Kriegsgefangenen ließ die Wehrmacht die sowjetischen Kriegsgefangenen unter katastrophalen Bedingungen in völlig überfüllten Lagern dahinvegetieren, an Hunger, Krankheiten, Seuchen und Kälte sterben.

Am 13.5.1942 wurde das bisherige Stalag VI B Versen dem Stalag VI C Bathorn zugeordnet. Zu ihm gehörten weiterhin die Zweiglager Groß Hesepe, Alexisdorf und Wietmarschen (Dalum war im Juni 1942 der Luftwaffe als Gerätelager zur Verfügung gestellt worden) und nun auch die Lager Oberlangen, (Neu)Versen, Wesuwe und Fullen. Vom 1.8.1942 bis 1.9.1943 ging die Belegung des Stalag von 25.525 auf 17.436 Kriegsgefangene zurück, besonders bedingt dadurch, das im März 1943 Oberlangen und Wesuwe herausgenommen und Oberlangen als Offizierslager (Oflag) 6 WK VI mit dem Zweiglager Wesuwe eingerichtet wurde. Ab dem 1.10.1943 bis zum 1.11.1944 war das Stalag VI C durch die Einlieferung von italienischen Militärinternierten mit durchschnittlich ca. 24.000 Insassen belegt. Weitere Angaben liegen nicht vor.

Am 5. April 1945 wurde das Lager Bathorn von kanadischen Einheiten befreit und anschließend zu einem Wohnlager für Flüchtlinge und Vertriebe umgebaut. Im Oktober 1945 lebten hier ca. 1.800 Zivilisten (Polen und Ukrainer).


Von Füchtenfeld fährt man auf der K 31 nach Georgsdorf und biegt hier nach links Richtung "Ringe 9 km / Neugnadenfeld" ab. Den Coevorden-Piccardie-Kanal entlang-fahrend, biegt man nach ca. 6,5 km, zwischen km 0,7 und 0,6, nach rechts in die Straße "Bathorner Siedlung" ab, das ehemalige Gelände des Lagers XIV Bathorn. Heute befinden sich dort ein Wasserwerk und die Wohnsiedlung Bathorn.